vsvv.ch

Personen mit schweren astbestbedingten Krankheiten sollen eine Integrittsentschdigung erhalten.

Rasche Entschädigung für asbestbedingte Erkrankte

publiziert: Montag, 21. Mar 2016 / 01:19


Lockere Bedingungen Bern - Die Bedingungen für Entschädigungen von asbestbedingten Gesundheitsschäden sollen gelockert werden. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) will die Verordnung über die Unfallversicherung anpassen.

Im vergangenen Herbst hatte das Parlament die Revision des Unfallversicherungsgesetzes gutgeheissen. Nun wird die Verordnung dazu angepasst. Das EDI hat die nderungen am Montag bis Ende Juni in die Anhrung geschickt, wie es mitteilte.

Grundstzlich hat Anspruch auf die Integrittsentschdigung, wer an einer dauerhaften und erheblichen Schdigung der krperlichen, geistigen oder psychischen Integritt leidet, die durch seine Berufsttigkeit bedingt ist.

Personen mit schweren asbestbedingten Berufskrankheiten soll nun knftig eine Integrittsentschdigung ausbezahlt werden, sobald eine rztlich gesicherte Diagnose vorliegt. Mit der rztlich gesicherten Diagnose werde die gesamte Integrittsentschdigung von 80 Prozent geschuldet, heisst es dazu im Bericht des EDI.

Da asbestbedingte Erkrankungen meist erst im Pensionsalter festgestellt wrden und innert kurzer Zeit zum Tod fhrten, brauche es fr diese Flle eine spezielle Regelung. In Fllen, in denen gemss Prognosen lediglich noch eine kurze berlebenszeit besteht, soll es so zu einer raschen und integralen Auszahlung der Integrittsentschdigung kommen, ohne dass vorgngig eine gewisse Zeitspanne andauernden Leidens abgewartet werden msste.

Kausalzusammenhang muss erwiesen sein

Weil sich diese Sonderlsung gemss dem Willen des Gesetzgebers auf das zeitliche Element beschrnkt, mssen die brigen Anspruchsvoraussetzungen fr eine Integrittsentschdigung aber nach wie vor erfllt sein, wie das EDI weiter schreibt.

Folglich bedrfe es unverndert des nachgewiesenen Kausalzusammenhangs zwischen der beruflichen Asbestexposition und dem Ausbruch der Krankheit ebenso wie das Kriterium der erheblichen Schdigung. Im Falle eines Mesothelioms - eines Tumors im Brustfell oder selten auch im Bauchfell bei Menschen, die mit Asbest in Kontakt kamen - seien diese Voraussetzungen klarerweise erfllt, whrend sie bei anderen Formen von asbestbedingten Berufskrankheiten einer individuellen Prfung bedrften.

Das EDI weist in dem Bericht darauf hin, dass die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt Suva bereits seit 2006 eine grosszgigere Praxis pflegt, indem den an einem Mesotheliom erkrankten Personen sechs Monate nach Ausbruch der Krankheit vorschussweise eine Integrittsentschdigung von 40 Prozent ausgerichtet werde. Eine zweite Tranche von 40 Prozent werde nach Ablauf von weiteren zwlf Monaten bezahlt, sofern die erkrankte Person nicht vorher versterbe, was in vielen Fllen geschieht.

Reserveanforderungen neu geregelt

Mit der nderung der Verordnung ber die Unfallversicherung werden auch die laut EDI nicht mehr zeitgemssen Reservevorschriften fr die Unfallversicherung aufgehoben und ersetzt. Knftig sollen die Krankenversicherer den Bereich Unfallversicherung ebenfalls im Rahmen eines Solvenztests ausweisen. Private Unfallversicherer mssen die Reserveanforderungen des Versicherungsaufsichtsgesetzes erfllen und unterstehen diesbezglich der Finanzmarktaufsicht (Finma).

(kris / sda)